Ausgelesen? Spoiler: Nein ;) … aber…

(Der Beitrag ist vom persönlichen Format – wer solche Mini-„Beichten“ nicht mag, darf gerne auf andere Beiträge warten 🙂 , die wieder kommen sollen.)

Dieses Jahr habe ich noch kein einziges Buch gelesen. Immer wieder habe ich eines zur Hand genommen, nur um es am Ende abzubrechen. Diese Lese-Unlust begann vor etwa einem Jahr und ich brauchte lange, um sie mir wirklich einzugestehen. Zuerst sah ich die Hauptgründe im Uni-Stress und darin, dass ich für die Uni schon noch sehr viel lese (wirklich viel…). Auch privater Stress kam hinzu. Nicht zu lesen, konnte ich jedoch nicht akzeptieren und so quälte ich mich noch durch viele Bücher hindurch, immer in der Hoffnung, wieder den alten Zugang zu ihnen zu finden. Ich stellte zig Überlegungen zu meinem Leseverhalten an und beschloss, strukturierter zu lesen. Umsetzen ließ sich dieses Vorhaben nicht. Dieses Jahr kapitulierte ich endgültig vorm Lesen und ließ Bücher links liegen. Auch das Germanistik-Studium bereitet mir weniger Freude als am Anfang, wobei mich zum Glück die Mediävistik und insbesondere eine Dozentin „rettet“.

Kulturwissenschaften hat sich dagegen als mein Rettungsanker im Leben herausgestellt. Ich wünschte, ich hätte die Energie mich dort stärker einzubringen, aber so einfach ist das nicht für mich. Und ungefähr hier schließt sich auch der Kreis zum Lesen. Nun mag ich nicht öffentlich von meinen Lebenskrisen berichten. So viel verrate ich: Ich bringe etwas mehr mit als andere, komme mittlerweile aber wieder wesentlich besser klar, als es in vergangenen Lebensphasen der Fall war und mein mehr ist auf dem Weg, sich wesentlich zu reduzieren. Erst seit wenigen Wochen weiß ich, dass Bücher mein Rettungsanker waren. In den Geschichten konnte ich mich verstecken: sei es durch Abtauchen in die Handlungen oder sei es durch die intellektuelle Bearbeitung des Inhaltes. Bücher haben mich aus der Welt herausgeholt, wenn ich es in ihr nicht aushalten konnte. Nur dann kam Kuwi… . Kuwi hat mich in die Realität zurückgeholt, indem sie von mir verlangt, mich mit meiner konkreten Umwelt auseinanderzusetzen (mein Herzens-Schwerpunkt liegt auf materieller Kultur). Die Konsequenz ist, dass ich das Lesen neu lernen muss. Denn Lesen will ich noch immer unbedingt, nur weiß ich nicht, wie das jetzt noch gehen soll. Als Leserin kenne ich mich nicht mehr.

Und nun? Ich weiß es nicht. Zu diesem Phänomen habe ich bisher weder einen Blog- noch einen Booktube-Beitrag finden können. Nirgendwo finde ich eine Anleitung, wie ich meine leseidentitaet finden kann. Um diesen Blog hier, den ich endlich seiner Bestimmung entsprechend führen möchte, nicht vollzumüllen, habe ich einen weiteren eröffnet: leseidentitaet. Ihn betrachte ich als unprofessionellen Außenseiter-Blog zwecks Befüllung mit Selbstfindungsergüssen. Wer sich dorthin verirrt, ist selber Schuld! Es ist nicht mein Wunsch, von hier jemanden mitzunehmen. Es ist mein Wunsch, dort auf diejenigen zu treffen, die das wohl eher schon Liebhaberthema auch zufällig betrifft oder berührt. Mein Blog buecherkulturen ist mir wichtiger, den anderen brauche ich jedoch gerade mehr.

Damit sind alle Interessierten hoffentlich halbwegs über den Stand der Dinge aufgeklärt. Mit buecherkulturen soll es dann doch losgehen 🙂

(nicht Korrekturgelesen, sondern einfach veröffentlicht)

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